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Helicobacter pylori und DSM 17648: Was steckt hinter dem Bindungsprinzip?

Themenschwerpunkt: September 2026

Lactobacillus reuteri DSM 17648 verständlich erklärt: Was Studien zur Bindung von Helicobacter pylori zeigen – und wo die Grenzen liegen.

Wer sich über Helicobacter pylori informiert, begegnet häufig dem Namen DSM 17648. Was bedeutet diese Bezeichnung, was ist mit „Bindung“ gemeint und was lässt sich daraus für den Alltag ableiten? Dieser Beitrag ordnet ausgewählte Forschungsergebnisse ein.

Was bedeutet DSM 17648?

Die Nummer bezeichnet einen bestimmten Stamm von Lactobacillus reuteri. Forschungsergebnisse zu diesem Stamm lassen sich nicht automatisch auf andere Milchsäurebakterien oder beliebige Produkte übertragen. Untersucht wurde unter anderem eine nicht vermehrungsfähige Zubereitung: Die beschriebenen Bindungseigenschaften setzen also keine lebenden Bakterien voraus. [1]

Wie funktioniert das Bindungsprinzip?

In Laborversuchen bildeten Zellen von DSM 17648 mit Helicobacter pylori gemeinsame Zellverbände. Der Fachbegriff lautet Koaggregation. Vereinfacht gesagt: Bestimmte Oberflächenstrukturen ermöglichen ein Aneinanderhaften der Zellen. Diese Eigenschaft blieb in den untersuchten getrockneten, nicht vermehrungsfähigen Präparationen erhalten. [1]

Das erklärt, warum dieser Stamm wissenschaftlich interessant ist. Ein beobachteter Laborprozess beweist jedoch noch keine zuverlässige Behandlung einer Infektion beim Menschen.

Was zeigen Untersuchungen am Menschen?

Eine explorative Studie von 2018 untersuchte 24 Erwachsene mit positivem Helicobacter-pylori-Nachweis und leichten Verdauungsbeschwerden. Alle erhielten zunächst 28 Tage Placebo und anschließend 28 Tage eine Zubereitung mit DSM 17648. Die Forschenden beobachteten einen Trend zu niedrigeren Atemtestwerten. Die Abnahme während der Einnahmephase war jedoch statistisch nicht signifikant. Auch die Unterschiede der Beschwerdewerte zwischen den Phasen waren nicht signifikant. [2]

Die kleine Teilnehmerzahl, die feste Reihenfolge der Phasen und das einfach verblindete Design begrenzen die Aussagekraft. Die Autoren forderten weitere ausreichend große Studien. Die Untersuchung ist kein Nachweis, dass Pylomed Akut eine Infektion heilt.

Weniger Keime ist nicht dasselbe wie eine Eradikation

Bindung, Veränderungen eines Atemtestwerts und die vollständige Beseitigung einer Infektion sind unterschiedliche Ergebnisse. Eine Nahrungsergänzung ersetzt weder die ärztliche Diagnostik noch eine erforderliche Eradikationstherapie. Bei einem positiven Befund sollte das weitere Vorgehen ärztlich besprochen werden. Auch die Kontrolle des Behandlungserfolgs gehört zur medizinischen Betreuung. [3]

Wo ordnet sich Pylomed Akut ein?

Pylomed Akut ist ein Nahrungsergänzungsmittel von Nutrimexx mit Pylopass® und Lactobacillus reuteri DSM 17648. Es wird als Kautablette mit Zitronenminzgeschmack angeboten. Die Packung enthält 60 Tabletten; eine Tablette enthält 200 mg Pylopass®.

Für Zutaten, Verzehrempfehlung und Hinweise gilt die aktuelle Produktkennzeichnung. Hier finden Sie die Produktinformationen und häufigen Fragen zu Pylomed Akut. Die genannten Studien untersuchten bestimmte Präparationen und Bedingungen; daraus folgt kein identisches Ergebnis für jedes fertige Produkt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • DSM 17648 bezeichnet einen konkreten Bakterienstamm.
  • Seine Koaggregation mit Helicobacter pylori wurde im Labor untersucht.
  • Forschungsergebnisse müssen nach Studiendesign und Endpunkt eingeordnet werden.
  • Nahrungsergänzung ist kein Ersatz für eine notwendige medizinische Behandlung.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Holz et al.: Significant Reduction in Helicobacter pylori Load in Humans with Non-viable Lactobacillus reuteri DSM17648: A Pilot Study. Probiotics and Antimicrobial Proteins, 2015.
  2. Buckley et al.: The effect of Lactobacillus reuteri supplementation in Helicobacter pylori infection: a placebo-controlled, single-blind study. BMC Nutrition, 2018.
  3. DGVS: S2k-Leitlinie Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit, 2022.

Redaktion: Nutrimexx. Themenschwerpunkt September 2026; veröffentlicht am 6. Oktober 2026. Dieser Beitrag stellt ausgewählte Quellen vor und ist keine systematische Übersicht. Er dient der Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.